Die Dolchstoßlegende oder Dolchstoßlüge bezieht sich auf das Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Ihre Anhänger behaupteten ab 1919, der Krieg sei aus deutscher Sicht nicht militärisch verloren worden, sondern nur deshalb, weil kommunistische Revolutionäre im Innern Deutschlands, z. B. in den Munitionsfabriken, die Frontsoldaten "von hinten erdolcht" hätten. Gemeint war damit, sie hätten sie z. B. vom Nachschub abgeschnitten. Diese Version der Geschichte war eine Lüge.
Kritische Anmerkungen über Krieg und Frieden, Kapitalisten und Kommunisten,
Ebert und Haase, Nietzsche und Tucholsky, Wagner und Verdi...
Freitag, 3. Februar 2017
Mittwoch, 22. Oktober 2014
2004: Die Mörder von Madrid und ihre faschistischen Wurzeln
Vor zehn Jahren veröffentlichte ich diesen Kommentar zu den Madrider Zuganschlägen vom 11. März 2004:
Die da den Tod lieben: Auch Pazifisten haben Feinde. Konsequenzen nach dem Massenmord
von Madrid
»Ihr
liebt das Leben, und wir lieben den Tod.« Das hat ein angeblicher Sprecher der
Al-Qaida-Terroristen auf einem Video gesagt, auf dem er sich zum Massenmord von
Madrid bekannte. Eine ganz ähnliche Botschaft der Hamas über den entscheidenden
Unterschied zwischen israelischen Busfahrgästen und palästinensischen
Bombenmördern konnten wir bereits vor einigen Monaten lesen. Es ist
an der Zeit, dass sich deutsche und europäische Pazifisten Gedanken darüber
machen, wer ihre derzeit übelsten Feinde sind.
Montag, 18. August 2014
Ein IS-Terrorist erklärt seine Mordmotive
"Die Welt" veröffentlichte am 10.7.2014 eine Interview-Studie von Vanessa Schlesier über einen IS-Terroristen, der nach eigenen Angaben in Syrien ca. 200 Menschen umgebracht hat und sich derzeit in Istanbul von seinem blutigen Handwerk ausruht.
Mittwoch, 13. August 2014
Deutschland 1914: Ausbruch des Ersten Weltkriegs
Zunächst jedoch nahm das Unheil seinen Lauf, und kein
Proletariat der Welt hat 1914 ernsthaft versucht, es zu stoppen. Am 29. Juli,
einen Tag nach Kriegsausbruch in Österreich und Serbien, beschloss Zar Nikolaj
II. zunächst eine Teilmobilisierung der russischen
Armee an der österreichisch-ungarischen Grenze. Am gleichen Tage erklärte der
britische Außenminister Grey dem deutschen Botschafter,
Großbritannien werde in den Krieg eingreifen, wenn sich Deutschland und
Frankreich an dem Konflikt zwischen Österreich und Russland beteiligen sollten.
Samstag, 2. August 2014
Deutschland 1914: SPD und Erster Weltkrieg (I)
In Berlin war es nun die ganze Sorge der deutschen Regierung
und ihres Kanzlers Bethmann Hollweg, die Verantwortung für die
weitere Eskalation des Krieges in den Augen der Öffentlichkeit auf Russland
abzuwälzen. Anders als Wilhelm II. sah Bethmann Hollweg die Notwendigkeit, auch die Führung der
deutschen Arbeiterbewegung, also der SPD und der Gewerkschaften, in die
deutsche Kriegspolitik mit einzubinden, damit keine nennenswerte Opposition
gegen den Krieg aufkommen konnte. Und nichts eignete sich dazu besser als
russische Angreifer, gegen die man sich und die Kultur des Westens verteidigen
musste, denn der russische Zarismus war in der deutschen Arbeiterbewegung tief
verhasst.
Montag, 28. Juli 2014
Deutschland 1914: Sarajewo und die Julikrise
Es fehlten noch ein paar Schüsse in Sarajevo, um den Großen
Krieg auszulösen. Sie fielen am 28. Juni 1914. Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich, der habsburgische
Thronfolger, besuchte an diesem Sommertag mit seiner Gattin, Gräfin Sophie
Chotek, die Hauptstadt von
Bosnien-Herzegowina, die sich Österreich-Ungarn 1908 einverleibt hatte. Die
beiden verließen das Rathaus, bestiegen ein offenes Automobil und wurden bei
der Fahrt durch die Innenstadt aus der Menschenmenge heraus von dem 19jährigen
Gymnasiasten Gavrilo Princip erschossen. Es war der zweite
Mordanschlag an einem Tag: Wenige Stunden zuvor hatte bereits jemand eine
Bombe auf das Auto des Paares geworfen, es aber verfehlt. Bei der Explosion
waren mehrere Begleiter verletzt worden. Trotzdem hatte Franz Ferdinand auch
seine zweite für die Serben provozierende Fahrt angetreten.
Dienstag, 11. März 2014
Pflege braucht Politik? Nein, Pflege braucht Geld.
Die grassierende Begriffsverwirrung um das Wort „Politik“
treibt mitunter bizarre Blüten. Ende Januar 2014 demonstrierte eine Gruppe von
Altenpflegerinnen und –pflegern, die sich „Pflege am Boden“ nennt, in
Anwesenheit des Bundesgesundheitsministers Gröhe mit der Parole „Pflege braucht
Politik“. An Gröhes Stelle hätte ich die Demonstranten gefragt, ob sie wirklich
glauben, dass ein Stück Politik, also zum Beispiel eine Bundestagsdebatte, ihnen weiterhülfe. Die Demonstranten hatten
sicher Recht mit ihrer Forderung nach zusätzlichen Stellen in der Pflege, also
nach zusätzlichem Geld. Nur – warum sagen sie es dann nicht auch so? Pflege
braucht Geld, natürlich! Und das Geld ist ja da: Das Bruttoinlandsprodukt
steigt und steigt, „wir“ (wie es dann zumeist heißt – der nächste
problematische Begriff) werden immer reicher – also können „wir“ auch mehr Geld
für eine so wichige Aufgabe wie Pflege ausgeben. Ich kann den demonstrierenden
Pflegern nur empfehlen, politischer zu werden, die Politik, die sie fordern,
also selber zu machen. Die Demonstration war schon ein guter Anfang. Sagt bei
der nächsten am besten gleich, wo das zusätzliche Geld herkommen soll: Pflege
braucht, sagen wir, eine höhere Erbschaftssteuer.
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