Jakob Augstein, Chefredakteur der Wochenzeitung der Freitag, hat Anfang 2013 den ca. fünfzigsten Antisemitismusstreit in der deutschen Linken losgetreten, indem er z. B. den Gazastreifen mit einem Lager verglichen hat - unter bewusster Anspielung auf die KZ-Lager der Nazis. Das löste heftige Reaktionen aus; u. a. bezeichnete das Simon-Wiesenthal-Center Augstein als einen der zurzeit schlimmsten Antisemiten der Welt. Ich greife aus dem weitgehend überflüssigen Komplex mal die so häufig gestellte Frage heraus, ob man "als Deutscher Israel kritisieren dürfe".
Kritische Anmerkungen über Krieg und Frieden, Kapitalisten und Kommunisten,
Ebert und Haase, Nietzsche und Tucholsky, Wagner und Verdi...
Posts mit dem Label dummheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label dummheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Sonntag, 13. Januar 2013
Sonntag, 13. Mai 2012
Gewalttaten verstehen verboten!
Wer 1977 die Taten der Terroristen öffentlich verstehen
konnte, lief Gefahr, als Sympathisant eingesperrt zu werden. 2011 schrieben
Kommentatoren, der Massenmord von Oslo werde für immer unbegreiflich bleiben.
Ähnlich äußerten sich die Bielefelder Arminia-Fanverbände im Mai 2012, nachdem
einige Männer aus ihren Reihen acht Werder-Bremen-Fans brutal überfallen und einen
davon lebensgefährlich verletzt hatten:
Mittwoch, 14. Dezember 2011
Warum es richtig ist, Faschisten den Weg zu versperren
In der westfälischen Stadt *** haben landesweit bekannte Faschisten eine Demonstration für den 24. Dezember angekündigt. Sehr schnell hat sich ein großes Bündnis demokratischer Organisationen zusammengefunden, das mit mehreren Gegenkundgebungen den Faschisten den Weg in die Innenstadt, zum Weihnachtsmarkt versperren will. Einen Monat vorher wurde bekannt, dass drei Zwickauer Faschisten jahrelang deutsche Geschäftsleute mit türkischem oder griechischem Namen ermordet hatten. In einem philosophischen Gesprächskreis wurde die Frage aufgeworfen, woher wir die Sicherheit nehmen zu wissen, dass die Faschisten Unrecht haben, dass sie Unrecht tun, und dass wir also das Recht haben, sie an ihren Tätigkeiten zu hindern. Auf diese Fragen will ich hier eine vorläufige Antwort geben. (Bei Philosophens muss man ja vorsichtig formulieren.)
Donnerstag, 14. Juli 2011
Hillary Clinton sieht einer Erschießung zu
Die usamische Außenministerin Hillary Clinton zeigte Gefühle, als sie zusammen mit Barack Obama und anderen die Erschießung des Al-Kaida-Chefs Osama Bin Laden am Bildschirm mitverfolgte. Auf dem Foto von der Runde der Zuschauer, das durch die Presse ging, sieht man, wie sie sich entsetzt die Hand vor den Mund hielt. Wie die Medienforscherin Miriam Meckel berichtet, waren sich viele Politik-Kritiker danach in Usa einig, dass sich Clinton mit dieser Geste als etwaige Präsidentin disqualifiziert habe. Denn ihrer Meinung nach hat ein Präsident keine Gefühle zu zeigen, wenn er einen Menschen töten lässt und das Leben seiner Soldaten gefährdet; eine Präsidentin schon mal gar nicht. Bei anderen Gelegenheiten beklagen sich die mutmaßlich gleichen Kritiker dann über die "politische Kaste", also über Politiker, die angeblich den Kontakt zu "normalen Menschen" verloren hätten. Zu jenen Menschen also, die noch ihre Gefühle zeigen. Was soll ich über so viel Dummheit noch sagen? Dummheit ist die Unfägigkeit, 1 und 1 zusammenzuzählen.
Donnerstag, 7. April 2011
Kritik des Sarrazin-Buches V: Die Einteilung der Menschheit in Dumme und Intelligente
Seit etwa 200 Jahren kennen wir die konservative Klage über die Demokratie, die als Herrschaft der Mehrheit der Dummen über die Minderheit der Intelligenten unweigerlich das Ende jeder Kultur und den gnadenlosen Abstieg in die Barbarei herbeiführen wird. Doch ähnliche Klagen gab es bereits in der römischen Republik, als Patrizier vor einer Herrschaft der Plebejer warnten. Als das Römische Reich dann 400 Jahre später tatsächlich unterging, hatte das zwar viel mit „spätrömischer Dekadenz“ zu tun, doch die war nicht in der Unterschicht, bei den Sklaven, angesiedelt, sondern grassierte in der „aristokratischen“ Oberschicht; und sie war kein Effekt der Demokratie, sondern ein Effekt kaiserlicher Monarchie. Dennoch serviert uns Sarrazin in seinen langen Ausführungen über Dummheit und Intelligenz (in Kapitel 3, »Zeichen des Verfalls«, S. 90-100) wieder einmal die altkonservative Horrorgeschichte von der gar schrecklichen Herrschaft der Dummen, die uns deshalb droht, weil die Dummen häufiger vögeln und seltener verhüten als die Intelligenten. Schauen wir uns im einzelnen an, wie er das macht.
Abonnieren
Posts (Atom)