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Sonntag, 13. Januar 2013

Warum es dumm ist, Israel zu kritisieren

Jakob Augstein, Chefredakteur der Wochenzeitung der Freitag, hat Anfang 2013 den ca. fünfzigsten Antisemitismusstreit in der deutschen Linken losgetreten, indem er z. B. den Gazastreifen mit einem Lager verglichen hat - unter bewusster Anspielung auf die KZ-Lager der Nazis. Das löste heftige Reaktionen aus; u. a. bezeichnete das Simon-Wiesenthal-Center Augstein als einen der zurzeit schlimmsten Antisemiten der Welt. Ich greife aus dem weitgehend überflüssigen Komplex mal die so häufig gestellte Frage heraus, ob man "als Deutscher Israel kritisieren dürfe".

Samstag, 22. Dezember 2012

Vor 30 Jahren: Aufstehn für den Frieden!

Ein Blog erinnert an die Friedensbewegung, die 1981-1983 die Welt bewegte:
http://friedenstauben1983.blogspot.de/
Auch als Facebook-Gruppe Friedenstauben 1983.

1,3 Millionen waren wir 1983 allein in Westdeutschland. Dazu kamen Holland, Belgien, England (die "Frauen von Greenham Common"), sogar die DDR ("Schwerter zu Pflugscharen") und Usa (siehe Randall Forsberg, No Nukes Rally 1982). Wo sind die jetzt alle? So weit sie nicht tot sind wie Heinrich Böll, Martin Niemöller, Heinrich Albertz, Dorothee Sölle, Joseph Beuys, Petra Kelly und Gert Bastian. Warum redet fast nie einer davon? Ist es heute peinlich, einmal Pazifist gewesen zu sein?

Sonntag, 8. April 2012

War Grass‘ Attacke auf Israel antisemitisch?

Günter Grass bezeichnete im April 2012 in einem Gedicht, das die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte, die Atommacht Israel als Gefahr für den Weltfrieden. Außerdem stellte er dort Israel und dem Iran moralisch auf die gleiche Stufe, um die Tatsachen gegeneinander stellen zu können, dass Israel Atombomben besitzt, der Iran aber wahrscheinlich nicht. War diese Attacke auf die israelische Staatsführung, wie viele behaupten, antisemitisch?

Mittwoch, 24. November 2010

Deutschland 1919: Tucholsky, der Negative

Der deutsche Dichter und Journalist Kurt Tucholsky veröffentlichte im März 1919 seinen berühmten Essay Wir Negativen in der Zeitschrift Die Weltbühne.
Im März 1999 kommentierte ich Tucholskys Beitrag zur Deutschen Revolution von 1918/19 mit folgenden Zeilen:

Ein weiteres rundes Jubiläum, diesmal das 80., ist verstrichen, und die einzige deutsche Revolution, die eine neue Staatsordnung hervorbrachte - die von 1918/19 -, blieb auch diesmal eine Sache der Parteihistoriker und Archivare. Hier soll sie zur Abwechslung unter einem literaturgeschichtlichen Aspekt angerissen werden.

Montag, 29. März 2010

Leutnant Schmidt und die Pazifisten

Das Zeit-Magazin brachte Anfang März 2010 ein Interview mit Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt (*1918). Die Redakteure fragten ihn, warum die »alten Falken« jetzt eine Welt ohne Atomwaffen anstrebten, während den Pazifisten von damals (gemeint war die Friedensbewegung von 1979-1984) das inzwischen egal sei - so glauben die Journalisten. Sie bezogen sich auf eine Veranstaltung, auf der Schmidt, Egon Bahr, Paul Nitze, George Shultz, Henry Kissinger u.a. zur atomaren Abrüstung aufgerufen hatten. Ich wundere mich, warum die Redakteure einen Schmidt fragen, was mit den Pazifisten los sei; wäre es nicht sinnvoller, das einen Pazifisten zu fragen? Oder zumindest Egon Bahr, der nie ein Falke war und mehrfach die Friedensbewegung verteidigt hat. Aber das ist wohl der Hauptunterschied zwischen Falken und Pazifisten: Falken werden interviewt, und Pazifisten werden nicht interviewt.